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Ich heiße Peter Masch. In meinem Berufsleben war ich Spezialist für Organisation und Datenverarbeitung und habe verschiedene Unternehmen in Deutschland und im Ausland beraten und tatkräftig unterstützt. Die jetzt reichlich zur Verfügung stehende Zeit nutze ich mit angenehmen Fernreisen um Fotos zu machen, sie in Fotobücher umzusetzen und in meinen Beamer-Vorträgen einem interessierten Publikum zu präsentieren. Derzeit ist China mein bevorzugtes Reiseziel.
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Reisebericht I - von Peter Masch - Das moderne und das alte China Städte und Kultur, Natur und Landschaften |
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Bei meinen Internetbesuchen bin ich
auf die Website von FOTO-REISEN.NET gestoßen und habe kurzerhand für Juni
2005 eine Chinareise gebucht. Um es vorweg zu nehmen, ich habe es nicht
bereut. Wir waren eine kleine Gruppe von nur vier Personen, hatten Deutsch
sprechende Reiseführer auf der ganzen Reise und alles hat prächtig geklappt.
Schon die Ankunft in Shanghai hatte eine gewisse Dramaturgie. Vom Flugplatz
Pudong fuhren – nein - schwebten wir mit dem Transrapid und 431 km/h
Spitzengeschwindigkeit, fast lautlos in die Innenstadt.
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Von meinen China-Reisen berichte ich in zwei Beamer-Vorträgen, á 45-60 Minuten, unter dem Titel: Altes China – Neues China. Buchung über meine Adresse: peter@masch.org |
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Meine zweite China-Reise. Wieder gab es ein interessantes Angebot von FOTO-REISEN.NET, einen weiteren Teil des riesigen Landes kennen zu lernen. Peking, die große Mauer, Pandabären - und was der Titel nicht verspricht: das Naturreservat um Jiuzhaigou, im Westen des Landes. Die Reise im Februar 2006 – also im Winter – anzutreten, barg ein gewisses Wetter-Risiko !
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Erster Eindruck: Beijing ist sehr großzügig angelegt, breite Straßen, Autobahnen und überall emsig arbeitende Straßenfeger ! Aber ansonsten ist es mit der Sauberkeit nicht so weit her. Fenster und Balkone der Wohnhäuser dienen offenbar nicht als „Schaufenster“ (wie beispielsweise in Holland), sondern eher zum Trocknen der Wäsche und zur Ablage von allerlei Unrat auf den Balkonen. Erstaunlich fand ich, dass die Innenstadt von Beijing zu einem großen Teil aus den kleinen, unansehnlichen und grauen Häusern besteht, den sogenannten Hutongs (wobei dieser Begriff eigentlich „kleine Straße“ bedeutet). Andererseits werden diese abgerissen, um Platz für neue Wohnblöcke und Geschäftshäuser zu schaffen. Insgesamt ist Beijing jetzt – vor der Olympiade - sehr geschäftig und viele Sehenswürdigkeiten sind zum Zweck der Renovierung teilweise geschlossen. Das übliche Programm - Sommerpalast, die verbotene Stadt, der Beihaipark, die große Mauer bei Badaling - war sehr interessant, aber nicht wirklich spannend (man hat schon zu viel im Fernsehen gesehen) – und das Wetter spielte nicht mit. Ein Tipp: in Beijing bekommt man das beste Essen in einem sehr harmonischen Ambiente im Lokal zu den „Vier Harmonien“, Dongzhimen Strasse 235.
Der Flug nach Chengdu dauerte 2 ½ Stunden und von dort ging es mit einem Kleinbus weiter nach Mianyang. Dort befindet sich das Pandaforschungszentrum und der Besuch lohnt sich. Pandabären aller Altersklassen tummeln sich in großen Freigehegen und es macht viel Spaß, ihnen zuzuschauen. Sie sind sehr wählerisch beim Fressen und sehr verspielt. Der nächste Stopp war in Pingwu, mit einer lohnenden Besichtigung des 600 Jahre alten Tempels Bao´en. Dann – als wir in die Berge kamen - holte uns der Winter ein, vereiste Straßen, Ketten rauf, Ketten runter, aber unser Fahrer hielt tapfer durch. Für die restlichen 110 km brauchten wir mehr als fünf Stunden !!!
Endlich waren wir in unserem Hotel in Jiuzhaigou. Erste Erkenntnis: Nach Jiuzhaigou geht man nicht im Winter ! Die meisten Hotels sind geschlossen, weil fast keine Touristen kommen. Unser Hotel war, mehr oder weniger nur wegen uns offen. Die Hotels scheinen dort nicht auf den Winterbesucher eingestellt zu sein, die Räume werden nur mit der Klimaanlage beheizt, was für die Wintertemperaturen eher dürftig ist. Das bedeutete auch, daß das Wasser kalt war und die Temperatur im Frühstücksraum gerade mal sechs Grad (!) betrug, aber schließlich kamen wir ja außer der Reihe. Wer den Winter in Jiuzhaigou erleben möchte, muß sich auf diese Umstände einstellen, so frühstückt man eben in Hut, Schal und Mantel – und macht sich mit einem chinesischen Frühstück vertraut (Salzgemüse, Erdnüsse, gekochte Eier und Reissuppe - mit etwas Zucker fand ich sie sogar genießbar). Zu trinken gab es warme Kuh- oder Soja-Milch, beides nichts für mich, aber auch heißen Tee. Unsere Reiseleiterin sorgte aber vorbildlich für uns, wir hatten auch eigene Vorräte dabei. Natürlich isst man mit Stäbchen, da es in vielen Hotels gar nichts anderes gibt – aber man gewöhnt sich schnell daran, die nicht gerade appetitlichen anzuschauenden Essgewohnheiten der Chinesen nachzuahmen. Das Naturreservat von Jiuzhaigou hat gewaltige Ausmaße, 15-20 km Strecken in zwei Tälern sind zu überwinden und das in Höhen zwischen 3.000 und 3.400 Metern. Aber alles ist bestens organisiert. Man fährt die Strecken mit einem Bus aufwärts und kann dann auf verschiedenen Wegen abwärts laufen oder mit dem Bus zurück fahren. Die Landschaft ist einmalig schön und ein Besuch lohnt sich, besonders im Herbst (allerdings kommt es sehr auf den richtigen Zeitpunkt an, weil ansonsten mit sehr starkem Tourismus gerechnet werden muss). Es gibt diverse, vielfarbige Seen und gewaltige Wasserfälle, in einer atemberaubenden Bergkulisse. Zwischendrin tibetanische Dörfer mit ihren buntbemalten Fronten – und natürlich auch viele Souvenirhändler.
Die Rückfahrt von Jiuzhaigou war für mich schöner als die Hinfahrt (wir nahmen einen anderen Weg). Wir durchfuhren eine Hochebene, so um die 3.000 Meter hoch. Unterwegs trafen wir auf eine kleine Yakherde, die scheu vor unseren Kameras flüchtete. Etwas später begegneten wir auf der Straße einer kleinen tibetanischen Pilgergruppe, die ihrer Tradition gemäß betend, stehend, kniend und liegend, ihres Weges zogen. Zwar ist das eine sehr mühselige Fortbewegung, aber sie waren dabei fröhlich und ließen sich - lächelnd - fotografieren.
Dann hielten wir in einem der vielen kleinen tibetanischen Dörfer und besichtigten die bunt bemalten Häuser, die - wegen der Kälte stark vermummten - Menschen, die Gänge mit den Gebetsmühlen und den Tempel. Wir durften ihn betreten und für uns tat sich eine fremde und eigenartige Welt auf. Im Dämmerlicht getaucht und bei eisigen Temperaturen, saßen die Gläubigen in langen Reihen auf dem Boden, im Gesang vertieft, zeitweilig von tiefen langen Flötentönen und Blechen begleitet. Der Hohepriester im Buddhasitz, war in völliger Meditation versunken. In anderen Nischen saßen Mönche wie versteinert – nur Gebete murmelnd. Das wir hier für eine kurze Zeit „echtes tibetanisches Leben“ und uralte Riten und Gebräuche erleben durften, hat bei mir einen sehr tiefen Eindruck hinterlassen.
Am Nachmittag erreichten wir den Wasserfall „Song Pan“. Der Wasserfall ist breit und hoch, aber die umgebende Landschaft war noch viel schöner: Das Wasser fließt in Hunderten von Bächen und kleinen Stromschnellen durch einen Wald zu Tal, wobei immer wieder kleine Seen entstehen, in denen sich das Sonnenlicht spiegelt und man bis auf den vielfarbigen Grund sehen kann.
Auf der Weiterfahrt nach Chengdu, passierten wir den Ort Dujiangyan. Die vor 2.300 Jahren gebaute Bewässerungsanlage und der etwas tiefer gelegenen Tempel sind einer eingehenden Besichtigung wert, aber der Regen an diesem Tag, vermieste uns die Stimmung und die Fotos.
Nach einem kurzen Besuch des „größten sitzenden Buddhas“ der Welt (über 70 Meter hoch) in Leshan, fuhren wir weiter zum Berg Emei. Umsteigen in einen Bus, der 2 ½ Stunden bergauf fährt. Vom Parkplatz aus, eine weitere ½ Stunde zu Fuß bergauf auf verschneiten und vereisten Wegen, für die man sich für umgerechnet einen Euro unterwegs Steigeisen kaufen kann und auch unbedingt kaufen sollte. Mit letzter Kraft, auf einer Höhe von 2.500 Metern angekommen, stellten wir fest, die letzte Bergbahn um fünf Minuten verpasst zu haben - na super ! Nach einer langen und lautstark geführten Diskussion (unsere Reiseleiterin hat sich sehr für uns eingesetzt) ließ sich das Personal dazu bewegen, eine weitere Gondel (zum dreifachen Preis, wir mußten die ganze Gondel nur für uns mieten) mit uns nach oben zu schicken - vermutlich passiert das jeden Abend ! Für mich erstaunlich war, daß wir trotzdem über den vollen Preis Quittungen bekommen haben. Inzwischen war die Sonne untergegangen, es war stockfinster und wir waren froh, eine Herberge zu haben. Die „Herberge“ entpuppte sich als ein (für diese Verhältnisse) First-Class-Hotel, beheizt, mit warmen Wasser und angenehmen Betten. Dazu gab es noch ein vorzügliches Abendessen, dass hier – in der Provinz Sichuan – besonders gewürzt und sehr schmackhaft war. Die wichtigsten Auskünfte für uns waren: Wann geht die Sonne auf und wie ist die Wetterprognose für den nächsten Tag ? Um ja nichts zu verpassen, waren wir schon um 6:30 Uhr bei eisigen Temperaturen im Freien – und erlebten einen Sonnenaufgang, wie aus dem Bilderbuch ! Pünktlich, um 7:46 Uhr kamen die ersten Strahlen über den Horizont, beleuchteten die Tempelanlage auf der Bergspitze und tauchten die goldene Buddhafigur daneben in ein gleißendes Licht – ein einmalig schöner Anblick. Nach dem Frühstück beschlossen wir, den ganzen Vormittag oben auf dem Berg zu bleiben, den Tempel, die goldenen Buddhafiguren und die umliegende Landschaft zu fotografieren - und die fantastische Aussicht voll zu genießen.
Im Februar 2006.
Peter Masch |
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