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Tipps aus dem Alltag in Shanghai

Hier sollen Beobachtungen aus dem täglichen Leben in Shanghai wiedergegeben werden, die eine oder andere ist sicherlich auch auf andere Städte in China übertragbar.

 

Einkaufen 1 / Kaufbeleg "Fapiao" Wer Hochwertiges, beispielsweise technische Artikel kauft, sollte sich unbedingt einen gültigen Kaufbeleg ausstellen lassen. Wenn die Ware defekt oder gefälscht ist, kann man nur auf Rücknahme hoffen (der Händler muss zurücknehmen), wenn der Beleg echt ist. Händler stellen echte Kaufbelege oft nur widerwillig aus, weil sie dann Steuern zahlen müssen (oft wird ein Aufpreis von 3 % verlangt). Aus dem unechten Beleg geht meist nicht hervor, wer der Händler ist, oft ist nur eine Verkaufsstandnummer wie "B105" angegeben. Echte Kaufbelege (Fapiao) unterscheiden sich rein optisch kaum von unechten "privaten" Händlerquittungen, beide sind mehr oder weniger gleichaussehende handausgefüllte Quittungs-formulare, wobei die echten aber von Behörden ausgegebene Formularblöcke sind und das Papier gegen das Licht gehalten Wasserzeichen aufweist. Alle echten Fapiao sehen zumindest innerhalb derselben Stadt identisch aus. Wer nicht weiss, ob sein Beleg echt ist, sollte das Verwaltungsbüro des Kaufhauses aufsuchen und um Prüfung bitten. Die Hausverwaltung führt Aufsicht über die einzelnen Händler innerhalb des Hauses.

 

Einkaufen 2 / Technisches Computer, Foto, etc. kauft man in Shanghai im Bezirk Xijiahui ein, wo ein Shoppingcenter neben dem anderen steht. Eine gute Adresse ist das MeiLuoChen.

 

Rote Ampel Grundsätzlich kein Verlass darauf, dass sie, von wem auch immer, beachtet wird, der Abbieger darf ohnehin trotzdem abbiegen. Als Flussgänger beachtet man die Ampel selten. Vorsicht bei grossen Hauptverkehrsstrassen, wer sie bei rot überquert, kann mit Bussgeld belegt werden. Es wird berichtet, dass der erste Fussgänger bis zu 120 Yuan Bussgeld bezahlen soll, während ihm folgende Fussgänger 20-40 Yuan bezahlen müssen. Bislang ist hier jedoch noch kein solcher Fall  tatsächlich bekanntgeworden. Auch hier dürfte gelten: wird nicht so heiß gegessen wie gekocht...

 

Nepp in Shanghai Neue Masche mit Notebooks (im Januar 2007)

Organisierte Strassenhändler verkaufen gebrauchte Schrottnotebooks indem sie den Eindruck erwecken, das Notebook sei gestohlen und deshalb besonders billig. In Wirklichkeit handelt es sich um für den Verkauf präparierte wertlose Altgeräte mit meist einem 500 MHz-Prozessor und einer Festplatte mit 6,5 GB. Präpariert sind die Geräte, weil sie hochwertige Hardware-Komponenten ausweisen, die sie nicht haben: Prozessor mit ca. 1,8 GHz, Festplatte mit 3 Partitionen und insgesamt rund 80 GB, hochwertige Grafikkarte, CD/DVD Laufwerk, usw. Wohl alle angebotenen Geräte stammen aus derselben Quelle, sie durchlaufen dieselben Manipulationen. Sie erhalten eine (identische) Festplatte mit einem komplett frisierten chinesischen XP-Betriebssystem. Die Festplatte weist ausserdem einen Virus auf, der Daten sammelt und online weitergibt. Manchmal wird selbst das Gehäuse verändert, hauptsächlich betroffen: IBM ThinkPad. Zur Zeit operiert die Bande in der Xizanglu (Tibet road) in der Nähe der Nanjinglu-Fussgängerzone / People Square.