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Provinz Yunnan
Kunming

Kunming ist die
Provinzhauptstadt von Yunnan. Die Stadt des ewigen Frühlings wird sie wegen
ihres milden und angenehmen Klimas genannt. Kunming besitzt natürlich einen
Flughafen. Die Stadt präsentiert sich heute als eine spannende Mischung zwischen
alt und neu. Im 13. Jahrhundert war Marco Polo zu Gast in Kunming. Der Krieg mit
Japan trieb viele wohlhabende Flüchtlinge aus dem Osten nach Kunming, die die
Industrie vorangebracht haben. Kunmings Einwohner haben sich eine große Portion
Gelassenheit und Gemütlichkeit zu Eigen gemacht, gerne verweilt man in einer der
unendlich vielen Kneipen und Bars. Kunmings Innenstadt beeindruckt durch
Weltoffenheit, teilweise sehr westlichem Erscheinen, sichtbaren Wohlstand und
Sauberkeit. Wer von Baudenkmälern genug hat, besucht den mehr als 50 km langen
Dian Chi - See und die Westberge.
Gebiet Shilin

Der Steinwald von Shilin
liegt etwa 130 km östlich von Kunming. Die durch Erosion geformte Landschaft ist
voller natürlicher Karststeinskulpturen. Die dicht nebeneinanderstehenden
haushohen Felsen bilden einen regelrechten Wald. Viele Wanderpfade verleiten zu
stundenlangen Spaziergängen, immer wieder trifft man Wanderer, die in dem
steinernen Irrgarten die Orientierung verloren haben. Man kann das Gebiet ganz
grob in drei Bereiche aufteilen: Der hinterste Teil ist naturbelassen und vor
dem Tourismus gestützt. Ein großer Teil in der Mitte des Gebiets ist mit
schmalen, gut integrierten steinernen Wanderwegen durchzogen. Der vordere Teil
ist zu einem großzügigen Park mit Wiesen, bunten Blumen und einem Teich
umgestaltet, wo Kulturveranstaltungen stattfinden. Aus versteckt angebrachten
Lautsprechern ertönt Musik und die Felsen werden nachts in bunten Farben beleuchtet.
Wer sich Zeit nimmt, den Ort
auf sich wirken läßt, wird viele Entdeckungen machen.
Dali

Dali
ist eine verhältnismäßig kleine Stadt nordwestlich von Kunming. Dali verfügt
über einen kleinen Flughafen. Die Stadt liegt nicht nur in einer wundervollen,
von einer nicht endenden Gebirgskette, von weiten Feldern und einem großen
schlauchförmigen See geprägten Landschaft, sondern bietet vor allem chinesischen
Besuchern eine Menge interessanter Geschichte. In Dali ist vor allem die
Bai-Minderheit vertreten. Östlich von Dali erstreckt sich auf einer Länge von 35
km der Er Hai See, westlich des Er Hai verläuft die Gebirgskette Cang Shan.
Das Land ist durchzogen von mehr als einem Dutzend Bewässerungskanälen, die alle
in den Er Hai münden und ähnlich wie im alten Rom, über große Entfernungen in 2
- 3 m Höhe über die fruchtbaren Felder geführt werden. Auf dem Er Hai werden
interessante Bootstouren angeboten. Zwischen dem Cang Shan - Gebirge und dem Er
Hai - See führt in nördliche Richtung durch zahlreiche Bai und Yi - Dörfer die
Landstraße nach Lijiang. Nach etwa 150 km beherrscht die Landschaft der fast
6000 m hohe vereiste Jadedrachen - Schneeberg (Yulong Xueshan).
Lijiang


Lijiang
ist die Hauptstadt des ehemaligen Königreichs Naxi. Die Altstadt von Lijiang, die
in sich abgeschlossen und frei von Autoverkehr ist, ist ein Labyrinth
jahrhundertealter Gassen, durchzogen von Wasserläufen und zahlreichen kleinen
Brücken. Als Baustoff findet fast ausschließlich Holz Verwendung. In den kleinen
Gassen findet der Besucher alles, was er braucht, Unterkünfte, viele Gaststätten
und kleine Läden im traditionellen Stil. Die Altstadt ist 1996 von einem
verheerenden Erdbeben heimgesucht und zu einem Drittel zerstört worden, die
Häuser wurden danach im traditionellen Stil wieder aufgebaut. Während das
Zentrum der Altstadt stark auf Touristen ausgerichtet ist, ist der Randbereich
eher weniger von Touristen frequentiert, dort kann noch das "dörfliche Leben"
besichtigt werden. In Lijiang wird seit einigen Jahren die Kultur der Naxi -
Minderheit verstärkt gepflegt, auch von staatlicher Seite. Die Naxi stammen von
tibetanischen Nomaden ab, sie pflegen eine schamanistische Religion namens
Dongba. In den Souvenirläden findet man überall Holzschnitzereien mit
Naxi-Motiven. Regelmäßig finden Naxi-Misikkonzerte des örtlichen Naxi-Orchesters
statt. Sie spielen allabendlich in der Naxi-Konzerthalle auf antiken
Musikinstrumenten aus der Song-Dynastie. Etwas getrübt wird der Musikgenuss durch
endlose selbstgefällige Monologe des Orchesterleiters Xuan Ke.
Neben
der Altstadt ist der Park am Teich des schwarzen Drachen einen Besuch
wert. Der Park lädt zu ausgedehnten Spaziergängen, Meditation und Leibesübungen
ein. Die Musiker des Naxi-Orchesters proben täglich dort (ganz ohne die Monologe
des Orchesterleiters).
Ebenfalls sehenswert ist der
Jadedrachen-Schneeberg, mit verschiedenen
Seilbahnen kann man bis auf 4500 Höhenmeter hochfahren. Wenn gerade mal kein
Nebel herrscht, ist die Aussicht von dort fantastisch.
Die
Tigersprung-Schlucht ist ebenfalls eine Reise wert, jedoch nur, wenn längere
Zeit kein Regen gefallen ist. Ansonsten stellt man nach zwei- oder dreistündiger
Fahrt fest, daß die Straße wegen Erdrutsches mal wieder für jeden Verkehr
komplett gesperrt ist. Die Schlucht gilt als die tiefste der Welt. An einer Stelle ist sie so
schmal, daß der Legende nach dort ein Tiger, um seinen Verfolgern zu entkommen,
von der einen auf die andere Seite gesprungen sei.
Unterwegs zur Tigersprung-Schlucht kann man einen kleinen Abstecher zur
ersten Biegung des Yangtze einlegen. Der Fluß, der eigentlich der
Zusammenfluß mehrerer Flüsse ist und ab hier Yangtze heißt, macht an dieser
Stelle eine 180-gradige Richtungsänderung, er fließt quasi in die Richtung
zurück, aus der er gekommen ist.
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